Ich bin von Herzen Chef

Viele Führungskräfte fragen sich, wie man als Chef für ein gutes Arbeitsklima sorgen kann. Meine Meinung dazu: Es hilft enorm, Menschen überhaupt zu mögen. Mit echtem Interesse und Respekt sowie Offenheit und Transparenz meinen Mitarbeitern gegenüber mache ich tolle Erfahrungen.

Unsere „Umgangs-Sprache“  

„Tue das, was du tust, von ganzem Herzen.“ Dieses Zitat von Dalai Lama hätte von mir stammen können. Von ganzem Herzen arbeite ich immer weiter an einer Unternehmenskultur, in der sich unsere Mitarbeiter wohl, aufgehoben und wertgeschätzt fühlen. Dasselbe gilt auch für uns in der Geschäftsführung. Der schöne Nebeneffekt eines solchen Umgangs: Er motiviert im Alltag und führt zu einem freundlichen und aufrichtigen Miteinander.

Neue Mitarbeiter wundern
sich über unsere Offenheit

Oftmals staunen neue Teammitglieder darüber, dass wir ihnen so viel Verantwortung übertragen. Auch darüber, dass wir sie nach ihrer Meinung fragen, ihnen Vertrauensvorschuss geben und sie in Entscheidungsprozesse mit einbeziehen. Selbst bei der Personalplanung redet das Team teilweise mit. Das gehört einfach zu unserer Philosophie.

Wir geben zwar die Richtung der Firma vor, gestalten aber interne Prozesse mit den Mitarbeitern gemeinsam. Ich sehe mich nicht als der Chef, der nur Anordnungen erteilt. Vielmehr möchte ich gesteckte Ziele zusammen mit den Mitarbeitern erreichen.

Beziehungspflege
im Arbeitsalltag

Jeden Morgen gegen 8 Uhr und zur Spätschicht am Nachmittag mache ich meine Runde durch die Fertigung und begrüße meine Mitarbeiter. Wir unterhalten uns über technische Vorgänge, Abläufe, Fragen von Kunden oder persönliche Dinge.

Die Anliegen meiner Mitarbeiter sind mir äußerst wichtig. Deshalb nehme ich auch Anteil an ihren Sorgen und Freuden. Auch meine Frau Heike und mein Bruder Jürgen, die gemeinsam mit mir das Unternehmen Kopp-Schleiftechnik führen, praktizieren diese Kultur der gegenseitigen Offenheit.

Meine eigene Ausbildung
hat mich stark geprägt

Besonders dankbar bin ich für meine hervorragende Ausbildung zum Feinmechaniker bei Siemens (heute DENTSPLY-SIRONA) in Bensheim. Meine beiden Meister legten einerseits viel Wert auf Sauberkeit und Ordnung; andererseits prägten sie eine Unternehmenskultur, zu der gegenseitige Wertschätzung gehörte. Wir Azubis waren nicht nur die „Lehrlinge“. Vielmehr nahmen uns die Meister ernst und übertrugen uns schon früh erstaunlich viel Verantwortung.

Ich musste mich als
Chef erst finden

Unmittelbar nach der Ausbildung wechselte ich ins elterliche, damals noch kleine Unternehmen. Mein Vater führte die Firma auf einer partnerschaftlichen, fast freundschaftlichen Basis. Dies entsprach einfach seinem Naturell. Meine Rolle allerdings war damals noch nicht klar definiert: Ich war weder Kollege noch Chef.

Bald darauf machte ich im Rahmen eines TEMP-Seminars für Führungskräfte den sogenannten DISG-Test. Mein Persönlichkeitsprofil zeigte, dass ich eher wenig dominant, dafür strukturiert und menschenorientiert bin. Ein Schock für mich!

Dieser Persönlichkeitstest
half mir bald, meine Stärken
gezielt einzusetzen

Zunächst zweifelte ich, ob ich mit diesen Eigenschaften überhaupt ein guter Chef sein könnte. Zu Unrecht, wie ich erfuhr. Noch während des Seminars lernte ich die Vorzüge meines Persönlichkeitsprofils zu schätzen und stellte fest, dass meine Stärken perfekt zu einem partnerschaftlichen Führungsstil passen und zu unserem Unternehmen.

Ich habe ausgezeichnete Erfahrungen damit gemacht, dass ich als Chef für unsere Mitarbeiter und ihre Familien da bin. „Bei euch läuft es außergewöhnlich“, hören wir oft von Kunden, Besuchern und potenziellen Bewerbern. Das wiederum wundert mich, weil für uns dieser Umgang normal ist.

Das richtige Umfeld
beflügelt Mitarbeiter

Inzwischen bin ich mir sicher: Ich kann keinen Menschen motivieren, wenn er nicht aus sich selbst heraus diesen Antrieb hat. Als Chef kann ich jedoch eine Atmosphäre schaffen, in der es Menschen wichtiger erscheint, sich zu engagieren, als es nicht zu tun.

In das Miteinander in unserer Firma stecken wir viel Herzblut rein. Einfach, weil wir das Gefühl der Gemeinschaft und Gemeinsamkeit mögen. Ich muss zugeben: Manchmal staune ich noch immer darüber, wie sehr diese Kultur unsere Zusammenarbeit trägt und prägt.